Von den Ursprüngen zur Gegenwart

Von den Ursprüngen zur Gegenwart

Im Jahre1150 schlug die offizielle Geburtsstunde unseres kleinen liebenswerten Heimatdorfes.
In einer Urkunde bestätigte Bischhof Ulrich dem Halberstädter Stift " Unser Lieben Frauen" den Landerwerb von 2 Hufen in Hordorf.
Natürlich war dieser " Geburtstag" nicht der Anfang der Besiedlung.
Aus der Zeit um 1000-600 vor Christus konnten in Hordorf schon mehrere Siedlungsfunde nachgewiesen werden (Landesmuseum für Vorgeschichte Halle). In diesem Zusammenhang wäre auch noch eine alte vorchristliche Wallanlage hinter der Bode östlich von Hordorf in Richtung Großalsleben zu erwähnen, die heute nur noch andeutungsweise erkennbar ist, aber noch immer die " Altenburg" genannt wird. Diese Anlage stammt zweifelsohne aus der germanischen Vorzeit. In einem Visitationsprotokoll aus dem Jahre 1564 wird sie noch erwähnt.
In alter Vorzeit wurde erzählt, daß zur Zeit, als die Umgebung der Altenburg noch Viehweide war, stets nach 11 Uhr nachts die hier weidenden Pferde, durch ein unbekanntes Etwas erschreckt, in wildem Jagen dem Dorf zugehetzt seien.
Auch Bischof Thietmar von Merseburg beschrieb in seiner Chronik von 1012 Hordorf (als "Horthorp" an der Bode bei Oschersleben) als Geburtsort eines völlig mißbildeten Kindes, welches, wie er schrieb " ob unserer Missetaten" eine große Seuche mit sich brachte.
Das ganze Gebiet gehörte im 4./ 5.Jahrhundert zum Königreich der Thüringer. Diese wurden von den Franken abgelöst und danach kamen die Sachsen.
Adlige aus verschiedenen Landesteilen hatten in Hordorf Besitzungen, so daß die Besitzverhältnisse teilweise recht verworren waren. Im Verlauf der Geschichte wechselten die Besitzer Hordorf häufig, der Ort wurde sogar des öfteren verpfändet.
Und so hat auch Hordorf in seinen 850 Jahren eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Unsere Vorfahren erlebten bittere Zeiten mit Hungersnöten, Seuchen und Epidemien, Plünderungen, Unwettern und Mißernten. 
Aber es gab auch Jahre, in denen die Hordorfer Bürger zu den Wohlhabendsten im Kreis und Hordorf zu den wenigen schuldenfreien Gemeinden in der Umgebung gehörte, in denen Schulhäuser und Kirchen gebaut, Vereine gegründet und Handwerk betrieben wurde.

 

Natürlich haben auch und vor allem die großen Kriege ihre Spuren hinterlassen. Mehr als 68 Hordorfer Männer kehrten allein aus den beiden Weltkriegen nicht zurück. Wie groß Leid, Not und Angst in diesen Jahren gewesen sind, haben die meisten älteren Hordorfer noch am eigenen Leib erfahren müssen. Nach Ende des 2.Weltkrieges fanden viele Flüchtlinge nach Monaten voll schrecklicher Erlebnisse und Entbehrungen in Hordorf eine neue Heimat.
Wie überall zu dieser Zeit folgten Jahre des Aufbaus und Neuanfangs. Auch in unserem kleinen Dorf wehte ein frischer Wind. Betriebe entstanden, Bauern schlossen sich zusammen, den Menschen ging es wieder besser.
Es entstanden Eigenheime, eine moderne Einkaufsstätte wurde den Bürgern übergeben und 1984 wurde Hordorf sogar
" Schönstes Dorf" im damaligen Kreis Oschersleben.
Nach den Irrungen und Wirren der Wendezeit, die leider auch die Schließung einiger bis dahin bedeutender Betriebe mit sich brachte, mußten sich auch die Hordorfer neu orientieren. Es entstanden neue gewerbliche Betriebe, alte Vereine formierten sich neu, neue wurden gegründet.
Die Hordorfer leben gern in ihrem Dorf, welches mit seinen schmucken Häusern, Grünanlagen und der Bode mit ihren beschaulichen, ruhigen Plätzen und Ufern einen ganz besonderen Reiz auf den Betrachter auszuüben vermag. Viele meinen vielleicht spöttisch, unser Hordorf wäre " verschlafen", doch das ist es wohl nicht. Vielmehr sind es wohl Beschaulichkeit und Stille (nicht fernab, aber auch nicht mittendrin in all der heutigen Hektik), die es so liebenswert und zur Heimat von immer mehr Menschen macht.