Hordorf und die Bode

Noch heute bestimmt die Bode unser Landschaftsbild. Allerdings war der Flußverlauf doch viel anders, als wir ihn heute kennen. Man muß sich vorstellen, daß die Bode Hordorf so umfloß, daß es im weitesten Sinne mit einer Insel vergleichbar war. Erst etwa vom 10. Jahrhundert an veränderte sich der Flußlauf langsam in nördliche Richtung.
Nicht immer floß die Bode so ruhig und fast geradlinig wie jetzt, sondern sie schlängelte sich in vielen Windungen durch Felder und Wiesen. Dieser sich schlängelnde Flussverlauf war auch mit die Ursache für die alljährlichen Überschwemmungen.
Das Wasser konnte wegen der vielen Windungen eben nur langsam fließen und das machte sich bei der Schneeschmelze im Harz oder bei starken Regenfällen sehr oft negativ bemerkbar und so kam es zu Überschwemmungen mit teilweise verheerenden Folgen. (Siehe Aufstellung im Menü "Hochwasser: Da in jedem Jahr Hochwasser auftrat, sind nur die extremsten Fälle in unserer Aufstellung erwähnt).


Nicht nur die Äcker rings um Hordorf wurden überflutet, das Wasser ergoß sich über die Straßen und drang in Häuser und Gärten ein.
Was ein Vergnügen für Kinder war, die viel Spaß daran fanden, sich mit Holzbottichen, Wannen oder anderen wasserfesten Gefäßen auf die überfluteten Straßen und Felder zu wagen, ohne Rücksicht auf nasse Hosen und nasse Füße, bedeutete für die Erwachsenen Angst um Ernte, Haus und Hof und viel zusätzliche Arbeit.

Alte Holzbrücke


In früheren Jahren versuchte man durch Begradigung des Flußlaufs, Errichtung von Dämmen oder auch Bodedurchstiche die größte Gefahr von Hordorf abzuwenden. Wallanlagen wurden zusätzlich an beiden Ufern der Bode errichtet, teilweise mit einer Höhe bis zu 1 Meter. Dadurch konnte die zerstörende Wirkung des Wassers teilweise etwas eingeschränkt werden. Heute läßt sich der ehemalige Flussverlauf noch erkennen, wenn bei Hochwasser das Wasser der Bode in das alte Flußbett gedrückt wird.
Mit der Begradigung der Bode verschwand auch der See, den Bischof Heinrich Julius als Entenfang im 16. Jahrhundert anlegen ließ.
Viel hat sich seit der Zeit geändert, in der die Hordorfer Hausfrauen noch ihre Stellen zum Wäschewaschen an der Bode hatten.


In den 60er Jahren begann man mit dem Bau der Rappbodetalsperre. So wurden Trink- und Brauchwasser gesichert und Schutz vor Hochwasser sollte gewährleistet werden. Die akute Hochwassergefahr wurde so zumindest teilweise gebannt. Es befinden sich trotzdem noch erhebliche Hordorfer Landstücke im Überflutungsgebiet. 
Seit Jahrzehnten werden Bodeschauen durchgeführt. Dadurch sollten Verlandungen und Verkrautungen rechtzeitig erkannt und beseitigt werden und so ein zügiger Wasserfluß gewährleistet werden.
In den letzten Jahren hat sich die Wasserqualität der Bode deutlich verbessert. Das Wasser ist sauberer geworden, Angler sitzen am Ufer und bei schönem Wetter erfreut sich das Baden in der Bode großer Beliebtheit.
So wird es hoffentlich auch bleiben, denn die Bode gehört zu uns und ist aus unserem Landschaftsbild nicht wegzudenken.

Blick von der Bodebrücke Richtung Krottorf