Die Geschichte der Stephani-Kirche


Die Geschichte der Stephani-Kirche

 

An Stelle der alten Kirche, die im 30jährigen Krieg einem Feuer zum Opfer fiel, wurde 1693 unter der Leitung von Pastor Christoph Quenstedt die heutige Kirche erbaut. Dass diese Kirche in einer Notzeit entstand,soll am Material des Holzes erkennbar sein. Aus der Zeit der alten Kirche stammt nur noch der Turm.
Bei unserer Kirche handelt es sich um einen Bau im dörflichen Barockstil. Auch im Inneren waren die Einflüsse des frühen Barock erkennbar. Durch unsachgemäße und schlechte Übermalung wurde die einstige Bemalung übertünscht. Auch von dieser Übermalung sind nur noch Reste im Vorraum neben dem Glockenturm erkennbar. An den Längstseiten im Kirchenschiff befanden sich doppelseitige Emporen und doppelreihige Fenster waren so angebracht, daß das Tageslicht auf die Emporen fallen konnte. Der Eingang zur Kirche befindet sich am Turm in Form eines Renaissance-Portals. Leider ist es stark verwittert und dem Verfall ausgesetzt. Die fast nicht mehr erkennbare Inschrift über dem Portal lautet:

Anno 1693
H:FRIEDR.SEBAST:PFLUEGER DIESER
ZEIT AMPTMANN ZU KROTTORF
H.CHRISTOPH QUENSTEDT PAST.N.
ZACHARIAS HUSTEDT UND CHRISTOPH KUHTE
KIRCHVATER

Gut erhalten dagegen ist die Grabplatte von Pastor Quenstedt im Vorraum der Kirche.

Als Besonderheit steht im Kirchenschiff unverrückbar ein Altartisch aus Stein, an dem 4 eingemeißelte Weihekreuze an jeder Ecke erkennbar sind. Dieser Altar ist noch aus der Zeit der ersten Kirche und gibt doch einige Rätsel auf. Man nimmt an, daß er weitaus älter ist, als allgemein angenommen wird. Man ordnet ihn dem 9.Jahrhundert zu. 

Im Glockenturm befanden sich 2 Glocken. Die kleinere sollte, da sie zersprungen war, durch eine neue ersetzt werden. Der Vertrag für die neue Glocke wurde 1781 mit dem Glockengießer Johann Wilhelm Felbrieger geschlossen. Diese Glocke wurde nach Fertigstellung von den Hordorfern selbst abgeholt und im feierlichen Zug zur Kirche gebracht.

1799 wurde die Errichtung eines neuen Altars beschlossen, dessen Kosten vornehmlich von den Bürgern der Gemeinde in freiwilligen Spenden gedeckt wurden.190 Taler kamen so zusammen, der Gesamtpreis betrug 2125 Taler. Die Altarwand, hergestellt vom Tischler Gottlieb Block und Sohn, war durch Säulen gegliedert, mit einem eingebauten Kanzelkorb und seitlichen Durchgängen auf beiden Seiten, die auch heute noch gut zu erkennen sind.
Rechts und links im Kirchenschiff finden wir auch die Gedenktafeln für die 1866 und 1870 gefallenen Hordorfer Bürger.



Krippenspiel in der Hordorfer Kirche


Fehlende finanzielle Mittel führten dazu, daß Schäden am Dach mit jedem Regen und jedem Schneefall größer wurden. Dieser Zustand und vielleicht auch mangelndes Interesse brachten es mit sich, dass 1980 der Glockenturm um ein Stück verkürzt wurde. Ein Kugelbagger schaffte es schließlich den oberen Teil des Turmes, der sich als viel widerstandsfähiger als angenommen erwies, zum Einsturz zu bringen.


Heute kann man diese kleine Kirche nur noch als Ruine besichtigen. Es bleibt zu hoffen, dass der Verfall doch aufgehalten werden kann. Denn diese Kirche gehört zu den liebenswerten Bauten, an denen Hordorf nicht gerade reich ist.