Kurioses von damals und heute

Kurioses von damals und heute

Aus dem Protokoll der Kirchenvisitation von 1589
"Bei der Kirchenrechnung sind vertrunken: 1 Faß Bier beim Mistfahren, 1 Faß Bier beim Säen, 3 Flaschen, Ist zuviel versoffen auf 1/2 Hufe. 1/2 Faß zu versaufen ist mehr als Sünde"

 

Um 1830 stellte eine Hordorfer Ehefrau an die Gemeindeverwaltung den Antrag auf Einweisung ihres Ehemannes ins Arbeitshaus Groß-Saltze. (heute Salzelmen), da dieser faul und arbeitsscheu sei. (Die Entscheidung der Gemeindeverwaltung ist leider nicht bekannt.)

 

...1841/44 Der Pächter es Kruges verpflichtet sich mit eigenhändiger Unterschrift, alljährlich dem Gemeindehirten unentgeltlich ein halbes Faß Bier zur Verfügung zu stellen und ihm 4 Mark Bargeld zu zahlen.

 

Folgende Anzeige war 1903 zu lesen: "Am 21. Juli wurden in einem Getreidefeld an der Kreisstraße nach Oschersleben 1 hellgrauer kleiner Umhang, 1 hellgraues Koresett und 2 weiße Unterröcke gefunden. Die Sachen befinden sich beim Gemeindevorsteher in Hordorf, woselbst der Eigentümer seine Ansprüche geltend machen kann." (Ob der Gemeindevorsteher die Sachen an den Mann bzw. an die Frau bringen konnte, bleibt fraglich)

 

1915 - Schäfer Brennecke holte morgens die Schafe von den Bauern zusammen. Die Schafe hatten zur Kennzeichnung eine mit Ölfarbe auf den Rücken gemalte Nummer. Jedes Schaf jedoch kannte seinen Stall genau und fand sich abends nach der Rückkehr von der Weide wieder allein hinein.

 

Im Juni 1924 bittet der Schulvorstand den Kreisschulrat um die Genehmigung, zur Verlegung der Ferien. Der Hauptanteil der Ferientage soll auf die Herbstferien fallen mit der folgenden Begründung:
"Die Kinder finden hier wenig Verwendung in den Sommerferien. Sie werden dagegen im Herbst notwendig gebraucht, zum Auflesen der Kartoffeln und zur Beaufsichtigung der Geschwister, wenn die Eltern mit der Feldarbeit überhäuft sind.

 

Hordorfs großer Tüftler und Bastler Karl Christoph Kollmann wurde von einem Langschläfer gebeten eine Vorrichtung zu bauen, die früh morgens die Hühner aus dem Stall läßt und ihm die lästige Pflicht der Stallöffnung abnimmt. 
Vater Kollmann nahm den Auftrag an und hatte es bald geschafft, dass sich mittels eines Uhrwerks jeden Morgen zur festgesetzten Stunde selbsttätig die Stallklappe öffnete, ohne dass der Auftraggeber sein warmes Bett verlassen musste. 

 

Auf ganz besondere Weise wurde im Jahr 1948 die Familie Kollmann nach durchgefeierter Nacht aus süßen Träumen gerissen. Vor dem Haus waren nämlich bereits in aller Herrgottsfrühe die Musiker Klaus Hoppe, Edgar Rosenkranz, Willi Mundt und Günter Schrader, allesamt Mitglieder der damalig im Kreisgebiet recht bekannten Hordorfer Kapelle "HORO" mit ihren Instrumenten aufmarschiert. Gekommen waren sie, um der Familie, aber ganz besonders der Braut Elfriede Kollmann auf ihre Art mit einem Ständchen lautstark Glückwünsche anläßlich der Vermählung zu überbringen.

 

An einem Herbstnachmittag Ende der 70er Jahre wurde an der damaligen Badestelle hinter der Ohe eine gut gebaute langhaarige Blondine beim Nacktbaden gesichtet. Eilig lief ein Petrijünger seinen ankommenden Kameraden entgegen, um diesen von seiner Entdeckung zu berichten. Gemeinsam schlich man sich näher, um mehr als nur einen verstohlenen Blick auf das wetterfeste Traumwesen zu werfen.
Als dieses sich endlich umdrehte, traute das neugierige Gespann seinen Augen Kaum. Statt vollbusig präsentierte sich die Badenixe vollbärtig. Und schon war es vorbei mit der Neugier.

 

Etwas Seltsames ereignete sich an einem lauen Sommerabend Mitte der 80er Jahre. Gleich vier merkwürdige Gestalten eilten im Schutz der Dunkelheit durch das menschenleere Dorf. Lediglich Rhabarberblätter bedeckten schamhaft die Blöße. 
FKK-Jünger könnte man meinen, doch weit gefehlt. Freiwillig "flitzen" die Vier nicht. Ihr ausgelassenes Bad in der Bode hatte einem gewitzten Angler den Fang verdorben Und so schlich der sich heimlich ans Ufer, um den Störenfrieden eine Lektion zu erteilen. Er nahm die Kleider und das Schicksal seinen Lauf. Als die Pärchen endlich das rettende Heim erreicht hatten, wartete dort eine Überraschung-ein fein säuberlich geschnürtes Bündel an der Haustüre.
Der Schalk gab sich übrigens Wochen später selber zu erkennen. Nach einem gemeinsamen Bierchen wurde ihm verziehen und auch die "Nackedeis" konnten über den Streich lachen.