Schützenverein 1860

Zu den größten Vereinen des Ortes gehört ohne Zweifel der Schützenverein. Er wurde 1860 als eingetragene Gesellschaft gegründet und alles, was Rang und Namen hatte, war in ihm vertreten.
Das Schützenhaus wurde 1876 in der heutigen Schützenstraße gebaut und war Eigentum der Gemeinde. Der alte Schießstand lag vor der Bode. Auch ein eigener Spielmannszug gehörte zum Schützenverein.
Schützenfeste waren der Höhepunkt in dem sonst so ruhigen und arbeitsreichen Jahresablauf. Das ganze Dorf nahm Anteil daran und jeder kam auf seine Kosten. Auch die Kinder hatten ihren Spaß. Sie machten ihren Umzug durch den Ort mit Papierhelmen und Pusterohren. Ihre geschmückten Handwagen wurden von Ziegen gezogen.
Das letzte Schützenfest vor dem 2.Weltkrieg wurde 1939 gefeiert.
Nach dem Kriege wurden von der SMAD die Schützenvereine als militaristische Organisationen verboten.
1967 wurde über die GST das 1.Schützenfest nach dem Kriege organisiert. Dieses und auch die späteren Feste hatten längst nicht mehr den Glanz der Vorkriegszeit, die Anfänge waren eher bescheiden. Aber man gab sich alle Mühe wenigstens einmal im Jahr unbeschwert feiern zu können.
Erst 1984 gab es einen neuen Aufschwung .Die Hordorfer Schützenfeste wurden weit über die Kreisgrenze berühmt, durch gute Atmosphäre und ihre Gemütlichkeit. Und noch immer zeichneten sich die Hordorfer wie in alter Vorzeit auch durch ihre Trinkfestigkeit aus. Die Höchstleistung im Verlauf eines Schützenfestes waren 67 to Bier(1 to = 100-105 l)
Nach der Wende 1989 wurde der Schützenverein neu organisiert, dabei wurde auf die alten Traditionen zurückgegriffen. Mit 20 Mitgliedern wurde der Verein neu gegründet. Ebenfalls neu war die Damenmannschaft.
Die Hordorfer Schützenfeste erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit

 

Die Schützenkette des Vereins stammt aus dem Jahre 1900. Jeder König ist hier namentlich auf einer Medaille festgehalten. Im Laufe der Jahre und mit zunehmender Anzahl der Medaillen, hat die Kette schon ein recht stattliches Gewicht erreicht. Sofort nach Kriegsende wurde die Kette in aller Heimlichkeit von Mitgliedern des Schützenvereins vergraben und so der Beschlagnahme durch die Besatzungsgruppen entzogen. Nachdem die Schützenfeste wieder offiziell gefeiert werden konnten, wurde auch die Kette zurückgegeben. Heute ist sie mit Recht der Stolz des Vereins.
1993 gab es erstmals eine Schützenkönigin und einen Jugendkönig. Auch sie erhielten, wie es die Tradition erfordert ihre Schützenketten. Die Kette der Damen wurde von der Modeboutique Carola Keller und die des Jugendkönigs von der Gaststätte "Wolthers Eck" gestiftet.
1994 wurde die neu angefertigte Fahne im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Gemeindesaal durch Pfarrer Braun geweiht.
Die Bemühungen des Schützenvereins gehen nach wie vor dahin, das Vereinsleben im Ort zu festigen und immer wieder ist es ein schönes Erlebnis, die Schützen in ihren schmucken Uniformen marschieren zu sehen.


Gründungsjahr: 1860/1992
Vorsitz: Tino Heinisch
Mitglieder: ca. 60

 

Kontakt:
Tino Heinisch
Alte Bode 31
39387 Oschersleben
OT Hordorf